18 Jan 20

Sieg im Herzschlagfinale! Günther beendet langes Warten auf deutschen Triumph

609 Tage! So lange mussten die deutschen Formel-E-Fans auf diesen Tag warten. Beim Antofagasta Minerals Santiago E-Prix hat es endlich geklappt. Max Günther von BMW i Andretti Motorsport beendete die Durststrecke und sorgte für den ersten deutschen Sieg seit dem 19. Mai 2018 - nach Daniel Abt beim Berlin E-Prix 2018.

Günther gewann das dramatische Rennen in der chilenischen Hauptstadt vor DS Techeetah Pilot António Félix da Costa (PRT) und Panasonic Jaguar Racing Pilot Mitch Evans (NZL) und belohnte sich mit seinem ersten Sieg in der elektrischen Rennserie für eine unglaublich nervenstarke Vorstellung. 

„Es war ein harter Kampf bis ganz zum Schluss, ich freue mich riesig, dass es mit dem ersten Sieg geklappt hat“, sagte der 22-Jährige überglücklich. In der allerletzten Runde des 45-minütigen Rennens eroberte er mit einem perfekt getimten Überholmanöver gegen António Félix da Costa Position eins zurück und fuhr als Erster über die Ziellinie. Dabei schien das Rennen für Günther kurz zuvor schon verloren, als Da Costa den zuvor lange Führenden BMW-Piloten in der Haarnadelkurve ausbremste und vorbei ging. Ob mit der zur Neige gehenden Batterie nochmal eine Konterattacke möglich sein sollte? Das Team motivierte den Oberstdorfer: „Schnapp ihn Dir!“ bekam Günther aus der Box zu hören. Er wagte einen allerletzten Angriff – mit Erfolg. 

„Das Batteriemanagement war am Ende eine große Herausforderung, aber wir haben es hinbekommen. Es war ein atemberaubendes Rennen, ich habe mit drei anderen Fahrzeugen Seite an Seite hart um den Sieg gekämpft“, beschrieb Günther das spannende Rennen aus seiner Sicht.

Vor dem Duell mit Da Costa hatte er sich mit Pascal Wehrlein (Mahindra Racing) und Evans ebenfalls einen heißen Fight geliefert. Nachdem Günther von Startplatz zwei in den ersten Runden auf Rang vier zurückgefallen war, stellt er unter geschickter Zuhilfenahme des Attack Modes seine Racing-Künste unter Beweis. Nacheinander überholte er Edoardo Mortara (ROKiT Venturi Racing), Wehrlein und schließlich Evans. 

Für Günther bedeutete der Sieg auch persönliche Genugtuung. Schon in Diriyah hatte er sein Potential angedeutet, als er im zweiten Rennen zunächst als Zweiter ins Ziel kam. Doch durch eine nachträgliche Strafe musste er seinen Podestplatz wieder abgeben.

„Was bleibt, ist das Bewusstsein, dass ich ein starkes Rennen gefahren bin und den Speed habe, um aufs Podium zu kommen“, sagt er damals. Umso motivierter ging er beim Rennen in Chile an den Start – und holte den Podestplatz gleich mit einem Sieg nach.

Mit Wehrlein fuhr im Parque O´Higgins noch ein weiterer deutscher Pilot in die Punkteränge. Er landete auf Rang vier vor den Mercedes-Benz EQ Piloten Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne. Das neue Team knüpfte damit an seine starken Eindrücke vom Saisonauftakt in Diriyah an und führt mit Vandoorne nun die Fahrerwertung an. 

Bei den Teams liegen zwei deutsche Teams an der Spitze. BMW i Andretti Motorsport (60 Punkte) führt vor dem Mercedes-Benz EQ Formula E Team (56 Punkte).

Daniel Abt (Audi Sport ABT Schaeffler) landete auf Rang 14. 

Für TAG Heuer Porsche verlief das Rennen diesmal enttäuschend, da sowohl André Lotterer als auch Teamkollege Neel Jani (SUI) nicht in die Wertung kamen.